Ich brauche einen Indianernamen.

Gestern mit S. beim Griechen gewesen, und ich glaube, ich habe noch nie so zartes, geiles, fantastisches Lamm gegessen. Noch nicht mal beim Inder, obwohl die ja eigentlich die maximal-ultimativen Lamminatoren sind. Und der Kaffee danach (andere Location) war auch drölfmal besser als 99 % der Gebräue in Hometown City.

Und heute war ich mal in einer anderen Sauna als der Stammsauna, da mich der Aushilfsaufgießer aus der Stammsauna zum Besuch dieser anderen Sauna animierte, weil er da auch arbeite und es da auch schön sei, und es ist vielleicht wirklich nicht die schlechteste Idee, nach Alternativen zu suchen, jetzt wo die Stammsauna mit zu vielen schönen schlimmen Erinnerungen belegt ist (schön weil schön und schlimm weil das schön vorbei ist), und ich will ja entspannen und Spaß haben, und nicht andauernd gedankliche Selbstgespräche à la „Weißt du noch? Auf DIESER Liege da… Seufz.“ führen. Und weil F. fragte, ob ich Zeit habe für ein Treffen, nahm ich F., mit dem ich offenbar aus Versehen eine antianonyme Liebeskummerselbsthilfegruppe gegründet habe, direkt mit. Und er hat zunächst ganz schön rumgeeiert, ob er mitgehen kann/soll/darf, aber er kam wohl (mithilfe externer Beratung – kein Scherz -, und da soll noch jemand sagen, Frauen seien kompliziert) zu dem Schluss, dass man jemanden, den man schon seit neun Jahren bekleidet sieht, auch mal unbekleidet sehen darf.

Praktischerweise ließ ich vorher durch S. (also den dort Arbeitenden) Plätze für das finnische Saunaritual reservieren. Was ist das? Begrenzte Personenzahl, Steine werden durch Holzfeuer erhitzt, es gibt Getränke, es darf nach Herzenslust gelärmt werden, es dauert knapp zwei Stunden, Neulinge müssen entweder einen Witz oder vom ersten Mal erzählen, Aufguss, fünf Minuten Pause, Aufguss, fünf Minuten Pause, und so weiter. So saßen dort heute acht Männer und … ich, erzählten schmutzige Witze, tranken Sliwowitz, und schwitzten. Und schlugen sich gegenseitig mit Birkenzweigen. Alles in allem: Sehr, sehr großartig! (Und eine gute Ablenkung von all dem Mist, der mir momentan durch den Kopf geht.)

Direkt nach dem Ritual wurden F. und ich noch von S. „genötigt“, den Indianer-Aufguss mitzumachen. Was ist das? Heiß. Einfach nur heiß. Und als sich nach dem ersten Abwedeln wirklich jeder (!) in Kugelstellung auf die unterste Bank verzog (da war genug Platz, es war nicht viel los), kletterte ich von der zweiten auf die dritte Bank („Du bist doch verrückt! „-Rufe von S., die ich kaum verstand, weil er „Highway to hell“ so laut aufgedreht hatte), einfach weil da schmerzmäßig noch Luft nach oben war und sich durch den vorangegangenen Finnen wohl eh schon alle Synapsen totgestellt hatten. Manchmal komme ich an einen Punkt, an dem ich jede Temperatur ertrage, und da war ich heute. Fantastisch! Als gerechte Strafe ist mir seitdem so dermaßen kalt, dass ich froh bin, noch die Daunendecke im Bett zu haben.

Und abgesehen von den genialen Aufgüssen ist die Sauna (also das komplette … Ding) auch noch hell, modern, gemütlich und sauber. Und nur einen Euro teurer als die Stammsauna. Und es gibt halbstündlich Aufgüsse. Und die Liegewiese ist riesig. Ich würde sagen: Alternative gefunden.

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