Hi Köln. :-)

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Bürohengste, Ausführung Schimmel (oder so)

Vor ein paar Wochen ist unsere Abteilung zwangsumgezogen worden in einen Trakt, der schon vor zwei Jahren abgerissen werden sollte, komplett geräumt wurde, und mittlerweile aus Platzmangel wieder komplett belegt ist. Die hübsche, moderne Küchenzeile, die wir bis dahin nutzen konnten, wurde also zu dem da:

Und wäre da nicht der Faktor Mensch, nein – der Faktor Messie, dann würde es besser aussehen. Man beachte insbesondere die formschönen Schimmel-Inseln in der French Press. Aber hey, immerhin wird man angelächelt.

Ich war kurz davor, ein passiv-aggressives Schild in Comic Sans hinzuhängen, konnte mich aber gerade noch beherrschen.

Boah, ist das widerlich.

Regenerieren & Verausgaben

Ja, in genau dieser Reihenfolge.

Das Regenerieren bestand darin, monatelang erfolgreich zu versuchen, nicht zu weinen (ja, das kann eine Beschäftigung sein, eine sehr anstrengende), und nicht allzu enttäuscht zu sein – nein, der ohnehin vorhandenen Enttäuschung so wenig Platz wie möglich in meinen Gedanken einzuräumen. Der Höhepunkt dieser vielleicht ungeschickten, aber nach außen überwiegend effektiven Verdrängungstaktik: ein unangenehmer Breakdown in der Halböffentlichkeit, der heute noch dazu führt, dass ich einigen Menschen möglichst aus dem Weg gehe.

Geblieben ist eine unaufgeregte Hinterhof-Tristesse. Es gibt eine Zeile einer bekannten deutschen Band, die da lautet „Nicht nichts ohne dich, aber weniger, viel weniger für mich“, und unterm Strich trifft es das ganz gut; das fasst es so schön zusammen, wie ich es in eigenen Worten nicht hinkriegen würde. Es ist insgesamt ein Kompromiss, aber kein besonders guter für mich. Alles ist nur ein Stachel, an den ich mich gewöhnt habe, der immer gründlich piekst, wenn meine Gedanken ungewohnte (oder eher gewohnte) Bewegungen machen, und der nicht rauswachsen wird und mir immer bewusst ist, aber der irgendwann Normalität wird. Wie Kurzsichtigkeit, an die man sich gewöhnt, oder diese schwarzen fliegenden Punkte vor den Augen, die man nur bemerkt, wenn man an sie denkt. Ich glaube, es gibt einen weltlichen Begriff dafür: Lernen.

Und dann kam das Verausgaben. Blöderweise hat sich das mit dem Regenerieren überschnitten – ich war noch gar nicht fertig damit. Das war wirklich… grenzwertig. Insbesondere im April. Da kam alles zusammen. Schwierige Führungsaufgaben im Job, die Seele so mit Pflastern zugeklebt, dass man sie nicht mehr sah, arbeiten von 6 bis 17 Uhr, danach noch zwei Stunden geblieben um an der Masterarbeit zu schreiben – je. den. ein. zel. nen. Tag. Hätte ich nicht Ende April den lang geplanten Urlaub zum Thesis schreiben angetreten, wäre ich krank geworden. Und zwar lange.

Der Urlaub war dann richtig gut. Ich hatte viel für die Thesis vorgearbeitet und konnte viel zu Hause erledigen. Die Terrasse mal hübsch machen, den Keller ausmisten, und lauter solche Dinge. Die Sonne genießen, eine geniale Zeit bei Rock am Ring haben. Wir hatten als Nachbarn dort übrigens Weinmenschen (also… Menschen aus Winzerfamilien) aus der Gegend von Mainz, und der eine war echt nett, vielleicht sind sie nächstes Jahr ja am gleichen Platz, das wär schön.

Und was war sonst noch so? Vielleicht auch irgendwelche belanglosen Dinge? Ja. Zuhauf. :-)

Dank ein bisschen Disziplin und viel Bewegung waren irgendwann zwölf Kilo runter. Ich will es nicht schöner reden als es ist – drei davon sind wieder drauf. Die Vorweihnachtszeit und meine plötzlich aufgetretene, unbändige Backlust waren da schuld. Rede ich mir zumindest ein.

Beste Anschaffungen dieses Jahr: Ein Hochdruckreiniger. Und endlich eine Playstation 4. ;-)

Beste Podcast-Entdeckungen des Jahres: Zeit Verbrechen, FAZ Einspruch, Juwelen im Morast der Langeweile, und Wimaf. Bei letzterem insbesondere die Lindenstraße-Folgen, und obwohl ich in meinem Leben noch nie eine Folge gesehen habe, bin ich nun sehr genau informiert.

Bester Kinofilm des Jahres: Bohemian Rhapsody. Der dazu geführt hat, dass ich mich im Nachhinein schlau-ge-youtubt habe über die Band, und Freddy, und das hat Spaß gemacht.

Und dann habe ich endlich mal Nymphomaniac (1 und 2) angeschaut, und ich war und bin nachhaltig verstört. Insbesondere das Ende hat mich fertig gemacht, und in Anbetracht der Erfahrungen der letzten Zeit fühle ich mich ein bisschen bestätigt.

Bester Song des Jahres: Hier habe ich lang überlegt, eigentlich sind zwei in der Auswahl, dieser und dieser, beide so wunderschön, dass ich keine passenden Worte finde. Letzten Endes ist es aber „Zuhause“, weil: Der hat mich ein bisschen aus der Bahn geworfen. Mein Bruderherz schwärmte schon lang von der Platte (und er war auch so klug, sich ein Exemplar zu sichern) und ich hatte sie mir nie angehört, und dachte bei einem meiner Morgenspaziergänge, jetzt ziehste dir die mal rein. Und ich lief durchs Feld und hörte „Zuhause“ und war nur noch am Heulen, weil das ein bisschen zu doll am eingangs erwähnten Stachel rüttelte, um es auszuhalten. Und eigentlich bin ich nicht so leicht zu triggern; all das, was andere „zum Heulen schön“ finden, geht mir eigentlich am Hintern vorbei. Aber dieser Song war erschreckend schnell dran an mir, also in Sekundenschnelle, und das war ziemlich (!) creepy.

Im Übrigen ist die Entstehung und Vermarktung der Platte ziemlich einzigartig – unter anderem auch, dass sie ganz bewusst von der „Chartfähigkeit“ ausgeschlossen wurde, und wie sehr er sich hier freut, ist großartig. :-) Ein rundum sympathischer Mensch.

Bestes Video des Jahres: Kommt aus dem gleichen Haus und ist schon älter, aber ich habe es halt erst dieses Jahr entdeckt. Einfach mal machen, wird schon werden. :-)

Bester Twitter-Neuling: Herr Sommer. (Ich hoffe so sehr, dass er echt ist.) Erst 94 Tweets, kann man alles noch gut nachlesen.

Bester Monolog: Nils Bomhoff zum Thema Fremdgehen. Nils ist ja – gelinde gesagt – nicht gerade bekannt dafür, ernste Themen anzusprechen, und deswegen fand ich das ziemlich berührend. Ist auch schon älter, aber nicht für mich.

Joa.

Und jetzt?

Vor drei Wochen dachte ich noch, nächstes Jahr hätte ich zwei Projekte anzugehen. Aus (maßgeblichen) Gründen der Wirtschaftlichkeit verschiebt sich das eine aber um ziemlich genau viereinhalb Jahre. Bleibt noch das andere – 99 % der Menschen würden es nicht Projekt nennen, ich aber schon, aus Gründen. Aber ich freu mich drauf und hoffe, dass das so bleibt. :-D Ich werde berichten, so Mitte Mai.

Und dass das andere jetzt noch nicht klappt, nervt mich ein bisschen. Aber da siegt die ökonomische Vernunft. Und das verhindert vielleicht auch, dass ich es übereilt angehe und Fehler mache. Immerhin habe ich jetzt vier Jahre, um Expertin zu werden. Nun denn, los gehts.

Blumento-Pferde

…gab es heute zum Dessert.

Zubereitet von einem genialen Koch a.k.a. Bruderherz. Die Erde bekommt man, indem man Zucker und Wasser in einem bestimmten Verhältnis mischt, und bei einer bestimmten Temperatur Schokolade mit einem bestimmten Kakaogehalt zugibt, und dann… pöff… Erde. Das war so lecker. <3 Achso – untendrunter ist übrigens Tiramisu.

Erwähnenswert übrigens auch meine Vorspeise: Rinderbrühe mit Flädle und mit Käse überbackenen Maultaschen. Bis auf die Petersilie und den Käse alles selbstgemacht, und es war richtig gut.

Das Fondue in der Mitte war auch gut, und wer hätte gedacht, dass man Roastbeef nicht nur in der Pfanne gleichmäßig rosa kriegt, sondern auch im Fonduetopf?

Nun möchte ich zwei Wochen lang nichts essen, und ich denke das hält bis morgen.