Itch

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Moral?

“ … von der Geschicht“, wollte ich jetzt schreiben, und dann Details, und ich hab mich dagegen entschieden, was gut ist.

Es wären Geständnisse, die ich niemandem schuldig bin. Die nie jemanden interessiert haben, und die nie etwas verändert hätten.

Ich gehe mich ja nur selbst was an, vor allem bei sowas. Erstaunlich dennoch, wenn man gesagt bekommt, man sei so durchschaubar, und loyal, und gleichzeitig aber … undurchschaubare und insbesondere unloyale Dinge tat. In hohem Maße. Weil ich mich nicht für dumm verkaufen lassen wollte.

Manchmal denke ich, ich führe zwei Leben, obwohl ich von Herzen gerne nur eines führen würde.

Was unterm Strich bleibt

Die Schockstarre, in der ich mich seit Wochen befinde, löst sich langsam etwas auf, und es fühlt sich scheiße an. Immerhin bin ich seitdem auf Autopilot, das heißt, wenigstens funktioniere ich noch, gehe arbeiten, putze mein Bad, spüle mein Geschirr. Trotzdem fängt die Reflektion an, die ich nicht will. Ich will eigentlich keinen einzigen Gedanken mehr verschwenden.

Na dann. Meine Lektionen:

Erstens. Wenn Dich jemand sechs Jahre lang in sein Bett lässt, bedeutet das einen Scheiß. Es bedeutet rein gar nichts. Es bedeutet allerhöchstens (wenn überhaupt), dass derjenige gerade nichts Besseres findet, oder ihm langweilig ist. Mehr. Nicht. Du bist kein Faktor in irgendeiner Rechnung.

Zweitens. Wenn Du mit Leuten zu tun hast, die sich semi-professionell mit Kommunikation und ähnlichem beschäftigen, bedeutet das einen Scheiß, was den Umgang mit Dir betrifft. Auch diese Leute werden nicht vor einem Bitchmove, wie er im Buche steht, zurückscheuen, um es so bequem wie möglich zu haben – egal, was das mit anderen Menschen macht.

Drittens. Du wirst belogen. Bis. Fucking. Zum. Schluss.

Viertens. Investiere nichts. Wenn es Dir einmal zu blöd wird: Adios. Ich bin sechs Jahre lang Kompromisse eingegangen, habe gekämpft, habe mich so sehr verändert, habe Dinge akzeptiert, die ich vorher nicht akzeptiert hätte. Ich wünschte von Herzen, ich hätte es nicht getan.

Fünftens. Nun ist Reparatur angesagt. „Die Musik, die Du hörst, ist scheiße.“ „Die Podcasts, die Du hörst, sind scheiße.“ „Die Spiele, die Du spielst, sind scheiße.“ „Die Klamotten, die Du trägst, sind langweilig.“ „Weißt Du, was X gesagt hat, als er Dich gesehen hat? ‚Mindestens 10 Kilo plus!‘ Hahaha!“ Irgendwann wusste ich nicht mehr, wie ich mir helfen konnte, außer mit haltloser Gegenpolemik. Trotzdem hinterlässt es hässliche Spuren, und die muss ich jetzt irgendwie aufwischen.

Das alles hört sich jetzt sehr negativ an, es gab auch Positives. Nur wird das in meinem Kopf gerade übertönt, und zwar mit Lautstärke auf Anschlag.

Bussi

Jemanden ganz verliebt von der Bushaltestelle abholen.

Weinen, weil man nicht zu X kann, weil wegen Schnee kein Bus fährt.

Ausgiebige Vorfreude, die sich erst im Bus richtig entfalten kann.

Aussteigen und direkt kotzen, weil einem schlecht geworden ist.

Früher war ja alles besser.

(Von einer Bushaltestelle gesendet.)